SONICDREAM

KOMPOSITION NR.1
TAKE ME BACK TO THE HIDDEN PLACES OF CHILDHOOD
2019


 

  • Instagram

Abstract
Mirko Kircher und Moritz Tobler alias Sonicdream improvisieren mit elektronischen Klängen und Malerei. Der intermediale Dialog steht im Fokus. Die beiden Medien übersetzen, ergänzen oder widersprechen sich intuitiv und unmittelbar. Die beiden Künstler komponieren ein knapp einstündiges Stück, das mit der Wahrnehmung und den Erwartungen der ZuschauerInnen spielt, gefühlvolle, träumerische Atmosphären schafft sowie abrupte dramaturgische Wendungen zulässt und das lebendige Zusammenspiel der Medien Bild und Ton auf eine innovative Art künstlerisch umsetzt.

Performance

Während dem intermedialen Spiel der beiden Künstler gibt es kein Leitmedium, die beiden Ausdrucksmedien begegnen sich auf Augenhöhe. Die elektronische Musik gibt dem malerischen Ausdruck Orientierung und dem malerischen Gestus Rhythmus, verlangt nach dem Einsatz von Pinseln oder Spachteln und verführt zu Fingermalerei oder zum Farbabklatsch; der malerische Gestus seinerseits prägt die Klangfarben, Tonhöhen, Geschwindigkeit, Dynamik und Lautstärke. Die Herausforderung für jeden der beiden Künstler liegt darin, nicht abzudriften und das feingesponnene Netz an intermedialen Verbindungen zu verlieren, sondern in stetem, konzentriertem Austausch zu bleiben. Das bedingt das kreative Zuhören und zwischenzeitliches Innehalten des einen, um die Aktivität des andern auf sich wirken zu lassen und um sich dadurch wieder bereit zu machen, ins Geschehen einzugreifen. Weder Anfang noch Ende ist definiert und der Arbeitsmodus ist völlig offen: Wer beginnt? Wer reagiert wann? Wer hört wann auf? Wer pausiert wann wie lange? Wer übernimmt an welchem Punkt die Führung? Wie lange dauert das Ganze überhaupt? Das kann nur gelingen, wenn sich Maler und Musiker verstehen, aufeinander hören, einander vertrauen, ernsthaft das Zusammenspiel betreiben, Überraschungen, Flauten, Kehrtwenden, Aus- und Abbrüche zulassen.Kontaktmikrophone hinter der Leinwand ermöglichen unmittelbare musikalische Übersetzungen der Impulse, die der Maler mit seinem Pinsel auf der Leinwand erzeugt. Die Impulse können verstärkt, moduliert, verzerrt oder als Sample abgespeichert werden und fliessen ein in die Klangwelt, die über Lautsprecher wiedergegeben wird. Andere Kontakt- und Unterwassermikrophone verstecken wir in einem Eimer voll Wasser, oder im Publikum und spielen mit der Wahrnehmung der ZuschauerInnen. Wir arbeiten mit Farbe, Form, Klang, Stimme, Text, Bewegung, Mimik, Gestik, Licht und verschiedenen Technologien und erzeugen mit Fingerspitzengefühl eine surrealistische Atmosphäre, welche die Grenzen von Realität und Fiktion verschwimmen lässt.